Am 19. Februar 2025 hatte das Netzwerk Deutschlandstipendium Karlsruhe e.V. die Ehre, Prof. Dr. Jan S. Hesthaven, den neuen Präsidenten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), zu einem Kaminabend zu begrüßen. Die Veranstaltung bot den anwesenden Stipendiatinnen und Stipendiaten eine besondere Gelegenheit, den Werdegang, die Visionen und persönlichen Eindrücke des neuen Präsidenten kennenzulernen.
Nach einer kurzen Begrüßung durch den Moderator Aleksandar Lubinić, sowie den ersten Vorsitzenden des Vereins, Nick Henze, begann die Diskussion mit Prof. Hesthaven. Dabei wurde schnell deutlich, dass der neue Präsident des KIT für Herausforderungen und Veränderungen lebt: Alle zehn Jahre suche er nach einer neuen Herausforderung, was ihn schließlich an das KIT geführt habe. Sein beruflicher Werdegang, der ihn unter anderem von den USA über die Schweiz nach Deutschland brachte, zeigt seine internationale Prägung und seinen Wunsch, sich stetig weiterzuentwickeln.
Prof. Hesthaven gab spannende Einblicke in seinen Arbeitsalltag. Er betonte, dass nicht das Arbeitsvolumen selbst, sondern vielmehr die große Vielfalt an Themen die größte Herausforderung darstelle. Auch auf die Unterschiede zwischen seinen bisherigen Positionen und seiner aktuellen Rolle als KIT-Präsident ging er ein: Während er früher vor allem eigenständig geforscht habe, stehe er nun vor der Aufgabe, eine große Organisation zu leiten und strategische Entscheidungen zu treffen.
Ein zentraler Punkt der Diskussion war die Zukunft des KIT. Hesthaven betonte, dass er das KIT in den kommenden fünf Jahren noch internationaler aufstellen wolle – mit einer stärkeren Ausrichtung auf die englische Sprache und einer Erhöhung des Anteils internationaler Studierender. Inhaltlich sieht er drei zentrale Entwicklungsbereiche für das KIT: Künstliche Intelligenz, die Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie sowie Nachhaltigkeit. Dabei unterstrich er die immense Geschwindigkeit des technologischen Wandels und die kulturellen Unterschiede in der Herangehensweise an Innovationen, die er in seinen bisherigen Stationen kennengelernt hat.
Neben beruflichen Themen gab Prof. Hesthaven auch persönliche Einblicke. Er erzählte, dass seine wenigen freien Stunden in den Bau von Holzmodellschiffen fließen – eine Tätigkeit, die für ihn meditative Wirkung habe und ihm helfe, geistig abzuschalten. Zudem verbringe er gerne Zeit mit seiner Frau in seinem Ferienhaus in Dänemark.
In der Fragerunde kamen zahlreiche Themen zur Sprache, darunter die Finanzierung des Studiums, die Rolle privater Mittel am KIT, sowie die Herausforderungen bei der Entscheidungsfindung. Hesthaven sprach sich für eine diversifizierte Finanzierung des KIT aus und betonte die Notwendigkeit, sowohl private Mittel einzuwerben als auch eng mit Unternehmen zu kooperieren. Auf die Frage, wie er Entscheidungen treffe, erklärte er, dass er zahlreiche Informationen sammle, reflektiert und auch dazu bereit ist, sie zu revidieren, falls neue Erkenntnisse dies erfordern.
Der Abend klang in entspannter Atmosphäre mit einer offenen Diskussion unter den Gästen bei Getränken und Fingerfood aus. Die Veranstaltung bot eine wertvolle Gelegenheit, Prof. Hesthaven kennenzulernen und seine Perspektiven für die Zukunft des KIT zu erfahren. Besonders eindrücklich war sein Rat an junge Studierende: Er ermutigte sie, offen für neue Möglichkeiten zu bleiben, Chancen zu ergreifen und Mut zu zeigen – auch wenn der Zeitpunkt nie perfekt erscheint. Diese Haltung habe ihn selbst in seiner Karriere geprägt und ermöglichte es, neue Wege einzuschlagen.
Ein herzlicher Dank gilt Prof. Dr. Jan S. Hesthaven für seine inspirierenden Einblicke und den anregenden Austausch mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten!